Szeneninformationen
Charaktere: Velithar Eryndor Sylvaine &
Nagael Morvain
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 15.07.2026
Triggerwarnung: FSK25
Ort: Überall
Ich beobachtete ihn einen Augenblick schweigend, während er sprach. Der Name ließ etwas in mir nachhallen. Nagael Morvain. Auch wenn ich viele Jahrhunderte von der Welt abgeschnitten gewesen war, waren manche Namen älter als jede Gefangenschaft. Sie wurden von den Wäldern selbst geflüstert, lange bevor ich den Orden kennengelernt hatte. Die erste Jadeschlange. Einer der ältesten Wächter überhaupt. Langsam senkte ich respektvoll den Kopf.
Dann ist es mir eine Ehre, Euch kennenzulernen, Nagael Morvain. Ich verstehe nun, weshalb selbst die Natur auf Euch reagiert hat. Aufmerksam hörte ich ihm weiter zu. Es überraschte mich, wie selbstverständlich er von ihrem Leben zwischen den Menschen erzählte. Während ich all die Jahre nur ums Überleben gekämpft hatte, hatten andere einen Platz in dieser neuen Welt gefunden. Eine Bibliothek. Eine Schule. Ein Richter. Es klang beinahe friedlich. Für einen Moment fragte ich mich, ob auch für jemanden wie mich irgendwann ein solcher Platz existieren konnte oder ob ich für immer der letzte Wanderer zwischen den Wäldern bleiben würde. Als er von Aureon und der Urhexe sprach, wurde mein Blick ernster. Auch ich hatte Veränderungen gespürt. Pflanzen flüsterten anders als früher. Die Erde war unruhig geworden und selbst uralte Samen, die jahrtausendelang geschlafen hatten, begannen sich zu regen.
Ich habe es ebenfalls bemerkt, sagte ich nachdenklich. D
ie Wälder sprechen wieder lauter. Als würde etwas Tiefes unter der Erde erwachen. Manche Pflanzen blühen außerhalb ihrer Jahreszeit und uralte Arten, die längst ausgestorben sein sollten, treiben plötzlich wieder aus. Es fühlt sich an, als würde die Welt sich an etwas erinnern, das sie viel zu lange vergessen musste. Mein Blick folgte ihm in die Küche. Ich blieb zunächst etwas unsicher stehen und beobachtete jede seiner Bewegungen. Der Duft, der sich langsam im Raum ausbreitete, war mir fremd und dennoch angenehm. Würzig, warm und deutlich intensiver als alles, was ich in den letzten Jahren gegessen hatte. Als er mir schließlich anbot zu bleiben, sah ich überrascht zu ihm auf. Seine Worte wirkten ehrlich und ungezwungen. Ein sanftes Lächeln erschien auf meinen Lippen.
Dann scheinen wir etwas gemeinsam zu haben, antwortete ich ruhig. A
uch ich habe lange niemanden mehr gehabt, dessen Gesellschaft ich als angenehm empfunden habe. Meine Finger strichen unbewusst über ein Blatt der Pflanze neben mir, das sich meiner Berührung entgegenbog. E
insamkeit wird mit den Jahrhunderten nicht leichter. Man gewöhnt sich nur daran.Als er mir schließlich den Teller und das Besteck reichte, betrachtete ich beides mit sichtbarer Neugier. Ich ließ mir geduldig zeigen, wie man die Gabel hielt und bewegte sie zunächst etwas unbeholfen, bevor ich seinen Bewegungen folgte. Nach dem ersten Bissen hielt ich überrascht inne. Die unterschiedlichen Aromen breiteten sich auf meiner Zunge aus und ich musste unwillkürlich lächeln.
Das... ist außergewöhnlich. Ein leises Lachen entkam mir. I
ch fürchte, nach Jahren voller Beeren, Kräuter und Wurzeln habt Ihr meine Erwartungen an Nahrung in nur wenigen Augenblicken völlig verändert. Für einen Moment senkte ich den Blick auf den Teller, ehe ich ihn wieder ansah.
Vielen Dank dafür, aber bisher kam es mir nicht so vor als würden die Leute jemanden den sie nicht kennen aufnehmen wollen,wer sagt dir das ich gut bin?