07-21-2026, 11:35 PM
Szeneninformationen
Charaktere: Lycaon Vaelmont & Kael Draven Ashcroft
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 20.07.2026
Triggerwarnung: FSK 25
Ort: Anywhere
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 20.07.2026
Triggerwarnung: FSK 25
Ort: Anywhere
Du sagst mir, ich soll nicht kommen, und erwartest ernsthaft, dass ich einfach zu Hause bleibe? Ich schloss die Haustür hinter ihr und atmete langsam aus. Ich habe dir gesagt, dass ich Ruhe brauche. Sie schnaubte verächtlich. Ruhe? Seit Wochen brauche ich ein Gespräch mit dir, Kael, aber du hast immer etwas Wichtigeres zu tun. Die Firma, Termine, Geschäftsreisen... und inzwischen gehst du mir sogar aus dem Weg. Ich fuhr mir müde durchs Haar. Darum geht es gerade nicht. Ach nein? Worum denn dann? Ihre Stimme wurde lauter. Du verschwindest einen ganzen Abend, gehst nicht ans Telefon, erzählst mir irgendeine Geschichte von einer Entführung und erwartest ernsthaft, dass ich dir das einfach glaube? Ich sah sie ruhig an. Es ist keine Geschichte. Sie lachte trocken. Komisch. Dafür wirkst du aber erstaunlich unverletzt. Ihr Blick glitt über mein frisches Hemd. Wo sind denn die Verletzungen, von denen du gesprochen hast? Wo ist das Krankenhaus? Wo ist die Polizei? Ich schwieg. Ich konnte ihr unmöglich erklären, warum keine einzige Wunde mehr zu sehen war. Siehst du?, sagte sie sofort. Genau das meine ich. Du verschweigst mir etwas. Sie trat einen Schritt näher. Oder gibt es vielleicht einen anderen Grund, warum du nicht ans Telefon gegangen bist? Ich runzelte die Stirn. Was soll das heißen? Vielleicht warst du gar nicht allein. Ich starrte sie einen Moment schweigend an. Ist das dein Ernst? Du bist in letzter Zeit ständig abwesend. Du wirkst, als wärst du mit deinen Gedanken ganz woanders. Du sagst Treffen kurzfristig ab, kommst spät nach Hause und jetzt soll ich glauben, dass ausgerechnet heute irgendwelche Investoren dich entführt haben? Sie schüttelte den Kopf. Ganz ehrlich, Kael, ich weiß langsam nicht mehr, was ich dir überhaupt noch glauben soll Ich spürte, wie sich mein Kiefer anspannte. Nicht wegen ihrer Zweifel an der Entführung, sondern weil ihr erster Gedanke nicht gewesen war, ob ich noch lebte. Stattdessen suchte sie nach einem Grund, mir Vorwürfe zu machen. Ich hätte heute Nacht sterben können, Evelyn. Meine Stimme blieb ruhig, aber deutlich kälter als zuvor. Und alles, worüber du mit mir sprichst, ist, dass du glaubst, ich würde dich belügen. Sie verschränkte die Arme noch fester. Weil du dich merkwürdig verhältst. Was soll ich denn bitte denken? Ich sah sie lange an, ehe ich langsam nickte. Ich glaube, genau das ist unser Problem.
Für einen Augenblick herrschte Stille. Evelyn sah mich an, als hätte sie mit allem gerechnet, nur nicht mit dieser Antwort. Was soll das jetzt wieder heißen?, fragte sie schließlich mit hörbar gereizter Stimme. Ich atmete tief durch. Dass du in dem Moment, in dem ich dir gesagt habe, ich sei entführt worden, nicht einmal gefragt hast, ob es mir gut geht. Sie wollte etwas erwidern, doch ich hob leicht die Hand. Nein, hör mir bitte erst einmal zu. Sie presste die Lippen aufeinander, sagte aber nichts. Deine erste Reaktion war, dass ich lüge. Danach wolltest du Beweise sehen. Anschließend hast du vermutet, ich wäre mit einer anderen Frau zusammen gewesen. Ich schüttelte langsam den Kopf. Kein einziges Mal hast du gefragt, ob ich verletzt bin“ Evelyn verschränkte erneut die Arme. Weil deine Geschichte einfach unglaublich klingt. Vielleicht. Ich nickte langsam. Aber wenn jemand, den ich liebe, mich anruft und sagt, dass er entführt wurde, dann ist mein erster Gedanke nicht, ihn der Lüge zu bezichtigen. Sie sah mich einen Moment schweigend an. Du drehst mir jetzt also den Spieß um? Ich lächelte müde. Nein. Ich sage dir nur, wie sich das für mich angefühlt hat. Sie schnaubte leise. Und wie hat es sich für mich angefühlt, stundenlang nichts von meinem Verlobten zu hören? Das stelle ich gar nicht infrage. Meine Stimme blieb ruhig. Ich verstehe, dass du dir Sorgen gemacht hast. Das würde ich auch. Ich machte eine kurze Pause. Aber zwischen Sorge und Vorwürfen liegt ein gewaltiger Unterschied. Evelyn wandte den Blick kurz ab und lief einige Schritte durch die Eingangshalle. Du hast dich verändert, Kael. Ich lehnte mich leicht gegen das Treppengeländer. Vielleicht. Früher hast du mit mir über alles gesprochen. Ich lächelte bitter. Haben wir das wirklich? Sie sah mich wieder an. Natürlich. Langsam schüttelte ich den Kopf. Wir haben über Geschäftstermine gesprochen. Über Galas. Über Investitionen. Darüber, welche Familie bei welcher Veranstaltung neben welcher sitzen sollte. Ich sah ihr direkt in die Augen. Aber wann haben wir das letzte Mal einfach über uns gesprochen? Sie antwortete nicht. Wann hast du mich das letzte Mal gefragt, wie es mir wirklich geht? Wieder blieb sie still. Oder wann habe ich dich gefragt, ob du glücklich bist? Ich fuhr mir langsam durchs Haar und atmete leise aus. Ich glaube, wir funktionieren seit langer Zeit einfach nur noch. Wie zwei Menschen, die denselben Kalender teilen, aber längst nicht mehr dasselbe Leben. Evelyns Gesicht wurde weicher, doch gleichzeitig lag Verletzung darin. Willst du mir gerade sagen, dass du unsere Verlobung bereust? Ich senkte für einen Moment den Blick, ehe ich ihn wieder hob. Ich weiß es nicht. Diese ehrliche Antwort traf sie sichtlich härter als jedes laute Wort. Was? fragte sie kaum hörbar. Ich weiß nur, dass ich heute Nacht dachte, ich würde sterben. Meine Stimme blieb ruhig. Und in diesen Momenten denkt man plötzlich über Dinge nach, die man viel zu lange verdrängt hat. Ich schwieg einen Augenblick. Vielleicht hätten wir dieses Gespräch schon vor Monaten führen müssen. Sie sah mich empört an. "Machst du gerade Schluss mit mir Kael?" Ich sah sie einfach nur an und wusste nicht ob ich mit einem Ja antworten sollte.
