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Am Ende wirst du mir gehören
07-20-2026, 10:24 PM
Szeneninformationen
Charaktere: Lycaon Vaelmont & Kael Draven Ashcroft
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 20.07.2026
Triggerwarnung: FSK 25
Ort: Anywhere
Ich erwiderte seinen Blick, bis sich die Tür hinter ihm schloss. Erst als das leise Klicken des Schlosses durch das Büro hallte, ließ ich langsam die Luft aus meinen Lungen entweichen. Das goldene Leuchten in meinen Augen verblasste allmählich, doch mein Wolf blieb unruhig. Er wanderte rastlos durch meine Gedanken, als würde er den Duft suchen, der trotz der geschlossenen Tür noch immer im Raum hing. Ich strich mir mit Daumen und Zeigefinger über den Nasenrücken, schloss für einen Moment die Augen und zwang mich zurück in den Alltag. Akten warteten auf Entscheidungen, Verträge mussten geprüft und Videokonferenzen geführt werden. Arbeit war schon immer der schnellste Weg gewesen, meine Gedanken zu ordnen.
Zu meiner eigenen Überraschung hielt Lycaon sich den restlichen Tag tadellos an seine Aufgaben. Keine zweideutigen Bemerkungen. Keine Provokationen. Er bewegte sich mit der Ruhe und Präzision eines Mannes, der genau wusste, was er tat. Er organisierte Termine, beantwortete Anrufe, koordinierte Besprechungen und schien bereits nach wenigen Stunden jedes Detail meines Tagesablaufs verinnerlicht zu haben. Wäre da nicht seine bloße Anwesenheit gewesen, hätte ich ihn vermutlich für den effizientesten Sekretär gehalten, den ich je beschäftigt hatte. Doch jedes Mal, wenn er mein Büro betrat, nahm ich ihn wahr, noch bevor ich ihn sah. Sein Duft streifte meine Sinne wie eine kaum greifbare Erinnerung. Nicht mehr überwältigend wie zuvor, aber ausreichend, um meinen Wolf aufmerksam werden zu lassen. Ich ließ mir nichts anmerken. Nicht vor meinen Mitarbeitern. Nicht vor ihm. Am Nachmittag klopfte es an der Tür, und noch bevor ich antworten konnte, trat Evelyn ein. Allein ihr Anblick brachte eine wohltuende Ruhe in den Raum. Sie schenkte mir ihr vertrautes Lächeln, trat an meinen Schreibtisch und küsste mich flüchtig auf die Wange. Ich hoffe, ich störe nicht“, sagte sie, während sie sich setzte. Für dich nie, erwiderte ich und lächelte zum ersten Mal an diesem Tag ehrlich. Wenig später öffnete sich die Tür erneut. Lycaon brachte den Kaffee herein. Meine Aufmerksamkeit blieb zunächst auf den Unterlagen vor mir, doch noch bevor ich den Blick hob, erreichte mich wieder dieser unverwechselbare Duft. Mein Wolf reagierte sofort. Nicht stürmisch, aber wachsam. Ich spürte, wie sich meine Schultern unbewusst anspannten.
Danke, sagte ich ruhig, als er die Tassen auf dem Tisch abstellte. Für den Bruchteil einer Sekunde trafen sich unsere Blicke.
Es war kaum mehr als ein flüchtiger Moment.Dennoch genügte er. Mein Wolf hob sofort den Kopf, als würde allein dieser Blick genügen, um sich an alles zu erinnern, was zwischen uns geschehen war. Ich riss meinen Blick wieder los und wandte mich stattdessen Evelyn zu, stellte ihr eine Frage zu ihrem Tag und zwang mich, dem Gespräch aufmerksam zu folgen. Erst als die Tür hinter Lycaon wieder ins Schloss fiel, ließ die Anspannung in meinem Körper langsam nach. Evelyn musterte mich einen Moment länger, als ihr vermutlich bewusst war.Alles in Ordnung?, fragte sie schließlich. Ich schwieg kurz.
Ja, antwortete ich schließlich. Nur ein anstrengender Tag. Sie schien die Antwort zu akzeptieren, doch ich kannte sie gut genug, um zu wissen, dass ihr meine ungewöhnliche Unruhe nicht entgangen war. Der Rest des Arbeitstages verlief erstaunlich ruhig. Lycaon erledigte jede Aufgabe mit derselben Professionalität, die ich am Morgen eingefordert hatte. Kein weiteres Spiel. Keine Provokation. Gerade diese Zurückhaltung machte es meinem Wolf jedoch nicht leichter. Er wartete. Beobachtete. Als würde er instinktiv wissen, dass dies nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm war. Als der Abend schließlich hereinbrach und die letzten Mitarbeiter das Gebäude verließen, blieb ich noch einige Minuten allein in meinem Büro sitzen. Durch die bodentiefen Fenster fiel der goldene Schein der untergehenden Sonne. Mein Blick glitt hinunter auf den Vorplatz des Gebäudes. Dort stand Lycaon für einen Augenblick reglos und blickte zum Himmel, bevor er seinen Weg fortsetzte.
Ich beobachtete ihn Scheiße verdammt...



Vier Tage vergingen, und mit jedem einzelnen wurde mir deutlicher bewusst, dass etwas in mir unwiderruflich aus dem Gleichgewicht geraten war. Nach außen funktionierte ich wie immer. Ich leitete Vorstandssitzungen, unterschrieb Verträge, traf Entscheidungen und führte Ashcroft Global Holdings mit derselben Disziplin wie seit Jahren. Niemand bemerkte etwas. Niemand außer mir wusste, wie viel Kraft es mich kostete, jedes Mal ruhig zu bleiben, wenn Lycaon mein Büro betrat. Er war der perfekte Sekretär. Höflich, professionell und fehlerlos. Er sprach nur, wenn es nötig war, erledigte jede Aufgabe tadellos und provozierte mich kein einziges Mal. Genau das machte es so unerträglich. Mein Wolf wartete ununterbrochen auf den nächsten Blick, den nächsten flüchtigen Moment oder den Hauch seines Duftes, der jedes Mal durch mein Büro zog. Selbst körperlich ließ mich das Geschehene nicht los. Das lange Sitzen während Besprechungen wurde zunehmend unangenehm und ich ertappte mich immer häufiger dabei, im Stehen zu arbeiten oder durch mein Büro zu laufen. Ich redete mir ein, es sei der Stress der vergangenen Tage, doch tief in mir wusste ich, dass ich mich selbst belog. Zu Hause wurde es ebenfalls immer schwieriger. Evelyn bemerkte sofort, dass ich verändert war. Anfangs fragte sie nur, ob etwas in der Firma passiert sei. Später wurde aus ihrer Sorge Frustration. Ich hörte ihr zu und doch war ich mit meinen Gedanken ständig woanders. Immer wieder erschien vor meinem inneren Auge sein Gesicht. Sein Lächeln. Seine silberne Aura. Der Name, den er mir genannt hatte. Lycaon . Ich hasste mich dafür. Jedes Mal, wenn ich versuchte, diese Gedanken zu verdrängen, kehrten sie nur stärker zurück. Also arbeitete ich länger, trainierte bis spät in die Nacht und lief kilometerweit durch den Wald, bis meine Muskeln brannten. Nichts half. Mein Wolf ließ sich nicht täuschen. Er suchte unaufhörlich nach ihm. Auch Evelyn spürte die Distanz zwischen uns. Als sie mich eines Abends umarmte, erwiderte ich ihre Nähe, doch sie löste sich nach wenigen Sekunden wieder von mir. Du bist nicht mehr bei mir, sagte sie leise. Ich konnte ihr nicht widersprechen. Nicht, weil ich sie nicht liebte, sondern weil ich selbst nicht verstand, was mit mir geschah. Als sie mich küsste, erwiderte ich den Kuss, doch es fühlte sich falsch an. Mein Körper reagierte nicht mehr so wie früher und zum ersten Mal seit Jahren blieb unsere gemeinsame Nacht ohne jede Nähe. Ich sah die Enttäuschung in ihren Augen und konnte ihr keine Erklärung geben. Am vierten Abend eskalierte schließlich alles. Seit Tagen schaust du mich an, als würdest du durch mich hindurchsehen, sagte sie mit zitternder Stimme. Rede endlich mit mir, Kael. Ich erkenne dich kaum wieder. Ich schwieg. Wie hätte ich ihr erklären sollen, dass ein Mann, den ich erst seit wenigen Tagen kannte, mein gesamtes inneres Gleichgewicht zerstört hatte? Dass ich selbst nicht verstand, weshalb mein Wolf auf ihn reagierte? Es gibt jemanden, oder? fragte sie schließlich. Die Worte trafen mich wie ein Schlag. Nein, antwortete ich sofort. Und doch fühlte sich selbst diese Antwort nicht vollständig an. Evelyn schüttelte nur enttäuscht den Kopf, griff nach ihrer Tasche und verließ das Haus. Wenige Minuten später erhielt ich ihre Nachricht. Ich fahre zu meinen Eltern. Melde dich, wenn du bereit bist, ehrlich mit mir zu reden. Stundenlang saß ich allein im Wohnzimmer und starrte auf das halbvolle Glas Whiskey vor mir. Immer wieder griff ich nach meinem Handy, legte es wieder weg und fuhr mir frustriert durch die Haare. Schließlich hielt ich es nicht mehr aus. Ohne nachzudenken schnappte ich mir meine Autoschlüssel, stieg in meinen Wagen und fuhr durch die nächtlichen Straßen. Mein Verstand sagte mir die ganze Zeit, ich solle umkehren, doch mein Wolf ignorierte jede Vernunft. Erst als ich vor dem Gebäude anhielt, wurde mir bewusst, wohin ich gefahren war. Ich stieg aus, ging die wenigen Schritte bis zu seiner Haustür und blieb davor stehen. Meine Hand schwebte einige Sekunden über der Klingel. Verdammt..., murmelte ich leise. Trotzdem drückte ich sie. Mitten in der Nacht. Ohne Plan. Ohne eine Erklärung. Ich wusste nur, dass ich Antworten brauchte, bevor dieses Chaos alles zerstörte, was ich mir in meinem Leben aufgebaut hatte oder war es einfach seine nähe die ich wollte?
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Am Ende wirst du mir gehören - von Lycaon Vaelmont - 07-20-2026, 02:27 PM
RE: Am Ende wirst du mir gehören - von Kael Draven Ashcroft - 07-20-2026, 10:24 PM

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