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In der Schlangengrube
07-20-2026, 03:26 PM
Szeneninformationen
Charaktere: Caelan Lior Vaelis & Azrael Vespera
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 15.07.2026
Ort: Überall
Ich zuckte zusammen, als der erste Schmerzensschrei durch den Raum hallte. Ganz automatisch wanderten meine Augen in die Richtung der Männer, doch noch bevor ich wirklich erkennen konnte, was geschah, legte sich sanft eine warme Hand vor meine Augen. Ich erstarrte einen Moment, dann hörte ich seine ruhige Stimme dicht über mir. Langsam ließ ich die Spannung aus meinem kleinen Körper weichen. Ich musste es nicht sehen. Ich wollte es auch gar nicht sehen. Meine Ohren zitterten leicht, während ich den Kopf vorsichtig gegen seine Brust sinken ließ. Trotzdem konnte ich die Schreie hören. Erst laut und voller Panik, dann immer schwächer. Einer flehte mit brüchiger Stimme:  Wir wollten leben... wir wollten nur seine Gnade... bitte... Selbst der Mann, der mich wochenlang geschlagen hatte, klang plötzlich wie ein verängstigtes Kind. Ich... ich wollte das alles nie... bitte... erlöst uns... Ich schloss die Augen fester. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ich hasste sie nicht. Ich konnte es einfach nicht. Sie hatten mir so viel Leid zugefügt, und doch tat es weh, ihre Angst zu hören. Als seine Stimme erneut erklang und er mir versprach, dass er mir nicht wehtun würde, öffnete ich langsam die Augen. Vorsichtig sah ich zu ihm auf. Seine Worte fühlten sich seltsam an. Fast unwirklich.  Seit Monaten hatte ich nichts anderes gehört als Drohungen, Befehle und Hohn. Dass jemand mir versprach, mich nicht zu verletzen, ließ meine Augen erneut feucht werden. Ich senkte den Blick und nickte ganz leichtNach und nach verstummten die Schreie. Stattdessen hörte ich nur noch langsame Schritte. Vorsichtig hob ich den Kopf und sah, wie die Männer aufstanden. Ihre Gesichter waren leer. Keine Wut. Keine Überheblichkeit. Kein Hass. Sie bewegten sich, als hätten sie ihren eigenen Willen verloren. Einer von ihnen blickte kurz in meine Richtung. Früher hätte in seinen Augen Verachtung gelegen. Jetzt war dort... gar nichts mehr. Wortlos verließen sie das Anwesen. Ich sah ihnen nach, bis sie hinter den Türen verschwanden. Erst dann merkte ich, wie erschöpft ich wirklich war. Mein Körper fühlte sich schwer an und obwohl der Verband den Schmerz in meiner Schulter etwas linderte, zitterten meine kleinen Pfoten noch immer. Als Nagael den Raum verließ und nur noch wir beide zurückblieben, legte sich wieder diese ruhige Stille über den Raum. Seine Hand strich weiterhin langsam über mein Fell. Jede Berührung war vorsichtig und warm. Fast so, als hätte er Angst, mich zu verletzen. Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal so sicher gefühlt hatte. Langsam löste ich meinen Schweif von meinem Körper und schmiegte mich vorsichtig etwas näher an ihn. Nicht, weil ich mutig war. Sondern weil ich einfach nicht mehr allein sein wollte. Meine Augen wurden immer schwerer. Ich kämpfte noch einen Moment dagegen an, weil ich Angst hatte, wieder aufzuwachen und festzustellen, dass alles nur ein Traum gewesen war. Dass ich wieder in meinem Käfig lag und die Männer des Ordens vor mir standen. Doch nichts davon geschah. Stattdessen spürte ich nur seine ruhigen Streicheleinheiten und hörte seinen gleichmäßigen Atem. Ein leises, zufriedenes Fiepen entwich meiner Kehle, ohne dass ich es bemerkte. Meine Ohren sanken entspannt herab und schließlich fielen mir die Augen ganz zu. Zum ersten Mal seit meiner Gefangennahme schlief ich ein, ohne Angst davor zu haben, im nächsten Moment von Schmerzen oder Schreien geweckt zu werden.
Ich wusste nicht, wie lange ich geschlafen hatte. Zum ersten Mal seit Monaten war mein Schlaf nicht von Schmerzen, Albträumen oder den Stimmen der Ordensmitglieder begleitet worden. Keine kalten Steinzellen. Keine Ketten. Keine Befehle. Nur Wärme. Irgendwann musste mich jemand vorsichtig vom Sessel auf ein großes Sofa gelegt haben. Eine weiche Decke umhüllte meinen kleinen Körper und hielt die Kälte fern, die mich während meiner Gefangenschaft ständig begleitet hatte. Selbst im Schlaf hatte ich mich eng in den Stoff eingekuschelt, als hätte ich Angst, diese Wärme könnte wieder verschwinden. Stunden vergingen.
Draußen war das Tageslicht längst einem sanften Abendlicht gewichen, das durch die hohen Fenster in das Wohnzimmer fiel. Im Raum herrschte eine angenehme Stille. Nur das leise Knistern des Kamins und mein ruhiger Atem waren zu hören. Während ich tief und fest schlief, begann sich langsam ein silbernes Leuchten um meinen Körper zu legen. Es war schwach, beinahe wie das Licht des Mondes, das durch dünne Wolken schimmerte. Die Magie eines Celestia-Vulpin reagierte instinktiv auf Sicherheit und Erholung. Da keine Gefahr mehr von mir Besitz ergriff und mein Körper endlich Kraft sammeln konnte, setzte die natürliche Rückverwandlung ein.
Mein flauschiger Schweif löste sich langsam in silberne Lichtpartikel auf. Kurz darauf verschwand das weiche Fell von meinen Pfoten, während diese sich streckten und nach und nach menschliche Hände und Füße annahmen. Die langen Hasenohren wurden kleiner, bis sie vollständig verschwanden, und auch das schneeweiße Fell zog sich wie feiner Sternenstaub in meine Haut zurück. Das silberne Leuchten flackerte noch einen Moment auf, bevor es sich lautlos auflöste. Dort, wo eben noch ein erschöpfter kleiner Celestia-Vulpin geschlafen hatte, lag nun ein junger Mann zusammengerollt auf dem Sofa. Im Schlaf hatte sich die Decke bei der Verwandlung teilweise gelöst und war ein Stück verrutscht. Da Celestia-Vulpin bei ihrer Rückverwandlung keine Kleidung mit erschaffen konnten, war mein menschlicher Körper vollkommen unbedeckt. Ohne es selbst zu bemerken, zog ich die Knie leicht an und rollte mich instinktiv enger zusammen, während ich im Schlaf nach der Wärme der Decke suchte.
Mit einem leisen, verschlafenen Murmeln tastete meine Hand nach dem weichen Stoff und zog ihn unbewusst wieder ein Stück über mich. Die Anspannung der vergangenen Monate war aus meinen Zügen verschwunden. Zum ersten Mal wirkte mein Gesicht friedlich, beinahe kindlich. Erschöpfung hatte mich noch immer fest im Griff, doch mein Körper begann endlich, sich von den Qualen der Gefangenschaft zu erholen. Ohne aufzuwachen, schlief ich weiter, vollkommen ahnungslos, dass ich längst nicht mehr in meiner kleinen Vulpin-Gestalt war.
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In der Schlangengrube - von Caelan Lior Vaelis - 07-20-2026, 12:08 PM
RE: In der Schlangengrube - von Azrael Vespera - 07-20-2026, 01:18 PM
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RE: In der Schlangengrube - von Caelan Lior Vaelis - 07-30-2026, 06:13 PM

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