Szeneninformationen
Charaktere: Sorin Morian &
Lian Asher
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 15.07.2026
Ort: City
Das Wasser glitzerte im Licht des Mondes, während ich still am Rand des Hafens saß. Die Wellen schlugen sanft gegen die Kaimauer und für einen kurzen Moment gab es nichts außer dem leisen Rauschen des Wassers und dem entfernten Kreischen einiger Möwen. Genau deshalb kam ich so oft hierher. Hier fragte niemand, weshalb ich im Rollstuhl saß. Niemand starrte mich an oder sprach mich an. Ich konnte einfach nur den Wind auf meiner Haut spüren und mir vorstellen, wie es sich angefühlt hatte, als er einst durch meine Flügel gestrichen war. Ich schloss die Augen und ließ die Ruhe auf mich wirken. Kleine silberne Lichtpartikel tanzten unbemerkt um meine Fingerspitzen, verloren sich jedoch sofort wieder in der Dunkelheit. Doch plötzlich veränderte sich etwas. Stimmen. Schwere Schritte. Das dumpfe Knirschen von Schuhen auf dem Asphalt. Noch bevor ich die Augen öffnete, spürte ich sie. Wut. Gier. Grausamkeit. Die Emotionen trafen mich wie kalter Regen. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Langsam drehte ich den Rollstuhl herum und mein Blick blieb an den Männern hängen, die aus den Schatten traten. Fünf... nein... sechs. Und dann erkannte ich einen von ihnen. Dieses Gesicht hatte sich in meine Erinnerungen gebrannt. Er war dabei gewesen. Damals. In jener Nacht. Ich spürte augenblicklich den brennenden Schmerz auf meinem Rücken, obwohl die Narben längst verheilt waren. Unbewusst griff meine Hand an die Stelle, an der einst meine Flügel gewesen waren. Der Mann grinste breit, als sich unsere Blicke trafen.
Na sieh mal einer an... Unser kleiner Nachtfalter lebt ja noch. Mir wurde kalt weil ich seine Stimme nie vergessen hatte.
Ich wusste doch, dass wir dich irgendwann wiederfinden. Ein anderer lachte.
Ganz ehrlich? Ich hab ihn mir gefährlicher vorgestellt. Der kann ja nicht mal weglaufen. Gelächter erfüllte den Hafen. Ich senkte den Blick für einen Moment. Sie glaubten tatsächlich, sie hätten gewonnen. Nur weil meine Beine mich nicht mehr trugen. Nur weil ich in einem Rollstuhl saß.
Beim letzten Mal haben deine Flügel ein kleines Vermögen eingebracht, sagte der Größte von ihnen und zog langsam ein Messer aus seiner Jacke.
Wer weiß, was der Rest von dir wert ist. Ich hob langsam den Kopf und sah ihn an. Mein Herz schlug schnell, doch nicht aus Panik. Ich spürte jede einzelne ihrer Emotionen. Ihre Selbstsicherheit. Ihre Überheblichkeit. Ihre Gier. Keine Spur von Vorsicht. Sie hatten nichts gelernt. Meine Finger schlossen sich langsam um die Armlehnen meines Rollstuhls. Silbernes Licht begann unmerklich zwischen meinen Fingern aufzuleuchten. So schwach, dass keiner von ihnen es bemerkte.
Was ist?, höhnte einer.
Willst du uns mit deinem Rollstuhl überfahren? Wieder lachten sie. Ich schloss für einen Augenblick die Augen. Ein ruhiger Atemzug. Noch einer. Als ich sie wieder öffnete, lösten sich lautlos hunderte winzige Lichtpartikel aus meinen Händen. Sie stiegen wie schimmernde Nachtfalter in die Luft und wurden vom Wind davongetragen. Die Männer bemerkten sie erst, als sie den gesamten Hafen umkreisten. Das Lachen verstummte.
Was...? flüsterte einer. Ich sagte kein einziges Wort. Die ersten Illusionen entstanden. Der Nebel über dem Wasser wurde dichter. Schatten bewegten sich zwischen den Containern. Schritte erklangen aus allen Richtungen. Einer der Männer fuhr erschrocken herum.
Da war doch gerade jemand! Ein anderer hob hektisch seine Waffe.
Hinter uns! Doch dort war niemand. Das silberne Licht spiegelte sich auf dem Wasser und verwandelte den gesamten Hafen in ein Labyrinth aus Mondschein und Täuschung. Jeder von ihnen glaubte plötzlich, verfolgt zu werden. Manche sahen Gestalten zwischen den Kränen. Andere glaubten, direkt vor ihnen würden dutzende leuchtende Augen in der Dunkelheit schweben. Ich spürte, wie ihre anfängliche Überheblichkeit langsam von Unsicherheit verdrängt wurde. Dann von Angst. Und schließlich von nackter Panik. Genau diesen Moment hatte ich erwartet. Langsam hob ich den Blick aber etwas sagen konnte ich nicht ims elben moment stand einer direkt vor mir und hielt das messer an meiner Kehle.
Hör auf mit den scheiß sonst schneide ich dir noch deine hübschen augen aus den Kopf dann bist du ein nichts in dieser Welt! Die Illusion ließ nach, und alle kamen langsam auf mich zu. Der eine trat gegen den Rollstuhl, der andere kippte ihn, sodass ich auf den Boden fiel und versuchte, meine Beine hinterherzuziehen.
Tut doch was ihr wolltet, was soll der mist, ihr habt mir schon das Wertvollste genommen... und immer wieder kam der tag wo ich hoffte es wäre vorbei mit mir bevor ich doch wieder lebte, aber jetzt in diesen moment wäre es doch eine erlösung die sich ganz gut anhörte.