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Zwischen Nebelpfaden und Mondgärten
07-11-2026, 08:38 PM
Szeneninformationen
Charaktere: Kiren Yurei & Lunaria Selene & Caelis & Seraphine & Astraeon & Lumenaria & Kairas Echoveil & Elira Yena Amezaw & Aureon Draconis & Elysara Veyrathis
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 24.07.2026
Triggerwarnung: FSK 25
Ort: Unterirdisches Gefängnis
Ich hielt seine Hand die ganze Zeit fest, selbst als die Schattenklänge immer lauter wurden und die Luft unter ihrem Kreischen zu zerreißen drohte. Es schmerzte, ihnen zuzuhören, doch ich ließ ihn nicht los. Ich wusste, dass er mich vielleicht längst nicht mehr wahrnahm und trotzdem blieb ich an seiner Seite. Als plötzlich jede Schwingung verstummte, hielt ich unwillkürlich den Atem an. Diese vollkommene Stille war beinahe noch beängstigender als das Chaos zuvor. Kein Klang, kein Herzschlag, kein Summen der Welt. Für einen kurzen Augenblick fühlte es sich an, als wäre die Schöpfung selbst stehen geblieben. Mein Blick glitt zu Astraeon und ich verstand, was er getan hatte. Er hatte Kairas einen Augenblick geschenkt, in dem nur seine eigene Seele sprechen konnte.
Sein Gesang durchbrach die Stille wie der erste Klang nach dem Ursprung. Ich schloss die Augen und lauschte jeder einzelnen Schwingung. Seine Stimme trug nicht nur seine eigenen Schatten, sondern auch den Schmerz all jener Wesen, die in diesen Mauern gelitten hatten. Ich spürte ihre Trauer, ihre Angst und ihre Hoffnung, wie sie sich mit seiner Seele verbanden. Doch Kairas ging daran nicht zugrunde. Er tat das, was er schon immer getan hatte. Er hörte zu. Er gab selbst den dunkelsten Stimmen einen Platz, an dem sie nicht länger allein waren. Tränen liefen über meine Wangen, während ich ihn ansah. Immer höher trug ihn sein eigener Klang, bis Licht und Schatten in ihm keinen Gegensatz mehr bildeten. Zum ersten Mal sah ich die Schattenklänge nicht mehr gegen ihn kämpfen. Sie sangen mit ihm. Sie hatten ihren Hüter wiedergefunden. Als seine Füße schließlich wieder den Boden berührten und die letzte Resonanz langsam verklang, trat ich sofort zu ihm. Vorsichtig legte ich beide Hände an sein Gesicht. Sein Blick war ruhig geworden. Die Schatten, die eben noch wie ein Sturm durch seine Seele gejagt waren, ruhten nun in einer Harmonie, wie ich sie noch nie zuvor gespürt hatte. Ein erleichtertes Lächeln legte sich auf meine Lippen, während ich meine Stirn sanft gegen seine sinken ließ. Ich wusste, dass du den Weg zu ihnen wiederfinden würdest , flüsterte ich leise. 
Als er mich seine Melodie nannte, schloss ich für einen Moment die Augen. Dieses eine Wort bedeutete mir mehr, als ich jemals hätte ausdrücken können. Sanft strich ich mit meinem Daumen über seinen Handrücken und lächelte ihn an.
Und du bist mein Einklang, antwortete ich leise. Ganz gleich, wie laut die Dissonanz wird. Ich werde dich immer hören. Erst dann wandte ich den Blick zu Seraphine. Seine Worte an sie ließen mich warm lächeln. Langsam trat ich zu ihr, nahm vorsichtig ihre Hände in meine und drückte sie sanft. Eine Stimme beginnt nicht auf den Lippen. Sie beginnt hier.
Behutsam legte ich ihre Hand auf ihr Herz. Ich habe dein Lied schon gehört, lange bevor du einen Ton gesprochen hast. Und ich werde es weiter hören, bis du selbst daran glaubst. Ich schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln, ehe ich noch einmal zu Kairas hinübersah. Zum ersten Mal seit all den schmerzhaften Ereignissen wirkte sein Klang wieder vollständig. Nicht unverändert, sondern gewachsen. Er hatte den Schmerz dieser Ruinen in sich aufgenommen, ohne daran zu zerbrechen. Genau das war es, was ihn seit jeher ausmachte.
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RE: Zwischen Nebelpfaden und Mondgärten - von Elira Yena Amezaw - 07-11-2026, 08:38 PM

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