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Zwischen Nebelpfaden und Mondgärten
07-10-2026, 09:27 PM
Szeneninformationen
Charaktere: Kiren Yurei & Lunaria Selene & Caelis & Seraphine & Astraeon & Lumenaria & Kairas Echoveil & Elira Yena Amezaw & Aureon Draconis & Elysara Veyrathis
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 24.07.2026
Triggerwarnung: FSK 25
Ort: Unterirdisches Gefängnis
Seit der Klang unseres Sohnes verstummt war, hatte ich das Gefühl, als würde jede Sekunde eine Ewigkeit dauern. Ich hielt Kairas' Hand fest, doch selbst meine eigene Ruhe begann zu bröckeln. Ich lauschte unaufhörlich den feinsten Schwingungen, suchte nach jeder noch so kleinen Spur seiner Melodie. Dann veränderte sich plötzlich die Welt um uns. Eine gewaltige Präsenz breitete sich aus, so alt, dass selbst die Klangkristalle verstummten. Die Luft wurde schwer, der Raum vibrierte und ich spürte noch bevor sich das Portal öffnete, dass Aureon nicht allein gekommen war. Die uralte Magie Elysaras legte sich wie ein warmer Strom über den Klangraum, während gleichzeitig etwas anderes mitschwang. Etwas Fremdes. Gewaltiges. Der schwarze Kristall in Aureons Hand ließ selbst meine Seele erzittern. Ich hatte noch nie eine solche Schwingung wahrgenommen. Sie war weder Licht noch Schatten, sondern etwas, das weit darüber hinausging. Mein Blick hob sich zu den beiden, doch noch bevor ich ein Wort sagen konnte, traf mich plötzlich eine Frequenz mitten ins Herz. So schwach, dass sie jeder andere vermutlich überhört hätte. Für mich war sie lauter als jeder Chor der Welt. Mein Atem stockte. Tränen schossen mir augenblicklich in die Augen. Diese Melodie... sie gehörte ihm. Meinem Sohn. Ich spürte seine Angst, seinen Schmerz und gleichzeitig diese unerschütterliche Wärme, die trotz allem nicht verschwunden war. Er rief nicht mit Worten. Er rief nach mir. In diesem Augenblick verschwand alles andere. Das Portal. Der Kristall. Die Gespräche. Selbst die Sorge um das, was uns erwartete. Es existierte nur noch diese eine Verbindung zwischen einer Mutter und ihrem Kind. Ohne nachzudenken schloss ich die Augen. Meine Klangmagie antwortete augenblicklich auf seinen Ruf. Goldene und silberne Klangfäden lösten sich von meinem Körper, verbanden sich mit seiner schwachen Melodie und webten einen einzigen Klangpfad durch Raum und Welten durch das schwarze portal. Ich hörte Kairas, ich spürte Aureon und Elysara, doch nichts konnte mich jetzt aufhalten. Im nächsten Herzschlag löste sich mein Körper vollständig in schimmernde Klangwellen auf und folgte der Melodie unseres Sohnes direkt durch die Schwingungen der Welt. Als ich wieder Gestalt annahm, stand ich mitten in dem kalten Gefängnis vor einer Zelle. Der metallische Geruch von Blut lag in der Luft. Noch bevor ich die Umgebung wirklich wahrnahm, fiel mein Blick auf den kleinen Jungen, der reglos auf dem Boden lag, während mehrere Gestalten auf ihn einschlugen. Für einen winzigen Moment blieb mir der Atem weg. Dann brach etwas in mir. Hört auf!, rief ich mit einer Stimme, die den gesamten Gang erzittern ließ. Meine Klangwellen schossen unkontrolliert durch das Gefängnis, prallten gegen die Mauern und ließen die Runen an den Wänden flackern. Ich war keine Kämpferin. Ich war Heilerin. Doch in diesem Moment war ich vor allem eines. Seine Mutter. Ohne den Blick von ihm abzuwenden, lief ich auf die Zelle zu. Tränen verschwammen meine Sicht, als ich seine vertraute Melodie nun direkt vor mir spürte. Ich bin hier, flüsterte ich mit bebender Stimme, obwohl ich wusste, dass er mich vielleicht gar nicht hören konnte. Du bist nicht mehr allein. Mama ist bei dir. Langsam begann ich zu summen. Nicht irgendeine Melodie, sondern den ersten Klang, den ich jemals in mir getragen hatte. Die Frequenz, aus der jede Heilung, jede Verbindung und jede Stimme geboren worden war. Ich hatte diese Kraft nie zuvor berührt. Die Stimmenmütter hatten uns gelehrt, dass dieser Gesang niemals erklingen durfte, weil er seiner Trägerin alles nahm. Mein Körper begann zu leuchten. Goldene, silberne und schneeweiße Klangfäden lösten sich aus meiner Haut und kreisten um mich wie lebendige Sterne. Ich spürte, wie jede einzelne Faser meiner Seele zu brennen begann, als würde mein eigenes Leben zu Musik werden. Cantus Originis... Ultima Resonantia... flüsterte ich kaum hörbar. Im selben Augenblick antwortete die Welt. Die Luft begann zu vibrieren, erst sanft, dann immer stärker. Die Schwingungen wurden so dicht, dass selbst das Licht flimmerte. Vor meinen Augen entstanden feine Risse in den Bannrunen. Ich hörte, wie ihre Magie zerbrach, nicht mit einem Knall, sondern mit einem tausendstimmigen Klingen.  Die schwarze Jadewand erzitterte. Ich summte weiter und ließ alles los, was mich noch zurückhielt. Eine einzige Resonanzwelle brach aus meinem Körper hervor. Ich wurde selbst zum Klang. Die Jadewände bekamen unzählige Risse, die sich in Sekunden durch das gesamte Gefängnis fraßen. Uralte Bannrunen flackerten verzweifelt auf, ehe sie in silbernen Staub zerfielen. Mauern platzten auf, Ketten barsten und jede einzelne Zelle wurde von meiner Resonanz durchdrungen. Die Männer vor meinem Sohn fuhren erschrocken herum und griffen nach ihren Waffen, doch sie waren zu spät. Meine Klangwellen berührten sie und ihre Körper verloren jede Form. Ich sah, wie sie sich in Abermillionen vibrierender Klangpartikel auflösten. Ihre letzten Schreie wurden von der Resonanz aufgenommen, zogen als verzerrte Wellen durch das Gefängnis und verstummten schließlich für immer mein Mann war der einzige der sie auffressen konnten. Nichts blieb von ihnen zurück. Nur nachklingende Schwingungen, die langsam in der Stille vergingen. Die Resonanz raste weiter durch das gesamte Gefängnis. Jede Bannmauer brach. Jede Jadewand zersprang. Tiefe Risse zogen sich durch Wände, Böden und Decken, als würde das gesamte Bauwerk unter der Wahrheit des Ursprungs zerbrechen.  Gleichzeitig sprangen sämtliche Siegel auf, Fesseln zerbarsten und jede Zellentür wurde aufgerissen. Ich spürte, wie meine Kraft mit jeder Schwingung aus mir gerissen wurde. Blut lief über meine Lippen, meine Stimme brach immer weiter und jeder Atemzug fühlte sich an, als würde meine Seele auseinandergerissen werden. Dennoch hörte ich nicht auf. Nicht solange die Melodie meines Sohnes noch hinter diesen Mauern erklang. Erst als ich spürte, dass nichts mehr zwischen uns stand, verklang der letzte Ton. Mein Körper gab nach. Ich stürzte nach vorne und fing mich gerade noch mit den Händen ab. Meine Sicht verschwamm, meine Stimme war kaum noch vorhanden und selbst mein Herz schien nur noch schwach zu schlagen. Mit letzter Kraft hob ich den Kopf und suchte zwischen den eingestürzten Mauern, den zerborstenen Bannkreisen und den offenen Zellen nur nach einer einzigen Melodie. Dann hörte ich sie wieder. Schwach. Erschöpft. Aber frei. Ein leises Lächeln legte sich trotz der Tränen auf meine Lippen. Ich habe dich gefunden... hauchte ich und legte meine Arme um ihn als er zu mir kam und mich umarmte, sofort fühlte es sich an als wäre ich wieder vollständig, das was mir genommen wurde all die jahren, die tränen liefen mir nur so übers gesicht.
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RE: Zwischen Nebelpfaden und Mondgärten - von Elira Yena Amezaw - 07-10-2026, 09:27 PM

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