07-10-2026, 07:07 PM
Szeneninformationen
Charaktere: Kiren Yurei & Lunaria Selene & Caelis & Seraphine & Astraeon & Lumenaria & Kairas Echoveil & Elira Yena Amezaw & Aureon Draconis & Elysara Veyrathis
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 24.07.2026
Triggerwarnung: FSK 25
Ort: Unterirdisches Gefängnis
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 24.07.2026
Triggerwarnung: FSK 25
Ort: Unterirdisches Gefängnis
Dann hörte ich die Schläge. Jeder einzelne Peitschenhieb ließ mich zusammenfahren. Meine Hände zitterten und Tränen liefen über meine Wangen. Dieses kleine Wesen hatte mir seine Stimme geschenkt, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Nun bezahlte es den Preis dafür. Es tut mir leid..., hauchte ich leise. Es tut mir so unendlich leid... Ich schloss die Augen und streckte meine Hand aus. Zwischen meinen Fingern sammelte sich das wenige Mondlicht, das mir geblieben war. Es reichte nicht mehr aus, um Wunden zu heilen. Nicht einmal annähernd. Doch Erinnerungen... Erinnerungen konnte selbst dieses Gefängnis nicht einsperren.
Aus meiner Hand löste sich eine einzige silberne Blüte. Keine gewöhnliche Mondblüte. Sie trug die Erinnerung an einen warmen Frühlingsabend unter einem offenen Himmel. Das Gefühl von Wind auf der Haut. Den Duft blühender Kirschbäume. Das leise Rauschen eines Waldes im Mondlicht. Frieden. Die Blüte glitt lautlos durch die Mauern aus schwarzem Jade und durch die Bannrunen, denn sie bestand nicht aus Magie. Sie war eine Erinnerung. Sie legte sich auf seine Stirn. Nicht, um seine Wunden zu schließen. Nicht, um das Gift zu vertreiben. Sondern damit sein Geist diesen Ort für einen Augenblick verlassen konnte.
Damit der Schmerz ihn nicht völlig verschlang. Erinnere dich..., flüsterte ich, obwohl ich wusste, dass meine Worte ihn vielleicht niemals erreichen würden. Erinnere dich daran, wie Freiheit sich anfühlt. An den Wind der alten Pfade. An den Nebel, der dir gehorchte. An den Himmel über dir. Lass nicht zu, dass sie dir diese Erinnerungen nehmen. Solange du sie bewahrst... können sie dich niemals ganz besitzen. Meine Beine gaben unter mir nach und ich sank auf die Knie. Die Mondblüte in seinem Herzen leuchtete noch immer. Schwächer als zuvor, aber sie lebte.
Dann hörte ich seine Stimme. Meine Liebe... Ich schloss die Augen und lächelte unter Tränen. Dieses eine Flüstern genügte, um neue Kraft in meinem Herzen zu entfachen. Ich bin hier, antwortete ich leise und legte meine Hand auf mein Herz, als könnte ich ihn dadurch berühren. Und ich werde hier bleiben. Ganz gleich, wie oft sie dich brechen wollen. Ganz gleich, wie viel von meinem eigenen Licht ich dafür opfern muss. Solange mein Herz schlägt, wird auch die Mondblüte in dir weiter blühen. Langsam hob ich den Blick zum schmalen Spalt über mir, durch den das Mondlicht fiel. Es war kaum mehr als ein einzelner silberner Strahl. Doch für mich war er Hoffnung. Und Hoffnung, das hatte ich in all diesen Jahrhunderten gelernt, war stärker als jede Kette aus Jade und älter als jede Bannrune, die jemals in Stein gemeißelt worden war.
